Aktionswochen ,,Roots, Identity & Belonging“

Samstag, der 10. April 2026 markierte den Abschluss eines lebendigen Prozesses mit intensiven Vorbereitungen, inspirierenden Begegnungen und einer neuen Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Vorstandsteams aus Kamerun und Deutschland – EduNeC (Educational Network Cameroon) und NetzWIRkung e.V.. Das Lächeln auf den Gesichtern aller Beteiligten an diesem Abend erzählte mehr als nur das Ende eines Projekts. Es erzählte eine Geschichte. Die Geschichte zweier Teams, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher hätten sein können: geografische Entfernung, Zeitzonen, interkulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren und differierende Arbeitsweisen, die sich im Laufe der Zusammenarbeit zu wertvollen Gelegenheiten für gegenseitiges Lernen und gemeinsames Wachstum entwickelten. Diese Geschichte wurde über mehrere Wochen hinweg durch vielfältige Aktivitäten, Begegnungen und gemeinsame Reflexionen geschrieben, die dem Projekt „Roots, Identity & Belonging“ seinen besonderen Sinn und seine Wirkung verliehen.
Die Idee und erste Konzeption für das Projekt „Roots, Identity & Belonging“ entstanden bereits im Jahr 2024 während einer Bildungsfahrt des NetzWIRkung-Vorstands. Nach monatelanger, intensiver digitaler Vorbereitungsarbeit schlug das Projekt schließlich eine reale Brücke zwischen den Kontinenten: Eine Delegation von acht Vorstandsmitgliedern des kamerunischen Partnervereins EduNeC trat die Reise nach Deutschland an. Vom 28. März bis zum 12. April 2026 führten die beiden Vorstandsteams gemeinsam die beiden prall gefüllten Aktionswochen in Hamburg durch.  Ausstellungen, Workshops zur diskriminierungssensiblen Pädagogik, Lehrkräftefortbildungen und Konferenzen schufen einen Raum, in dem Fragen nach Wurzeln, Identität und Zugehörigkeit nicht abstrakt diskutiert, sondern unmittelbar erlebt wurden. Zu den weiteren Stationen gehörten unter anderem koloniale Spaziergänge, die Eröffnung der Ausstellung „Zwischen Petition und Rebellion“ an der Stadtteilschule Winterhude mit einem passenden Workshopangebot der Initiative Perspektivwechsel e.V. sowie gemeinsame Schulprojekte und Fortbildungen an den Stadtteilschulen Bergstedt und Horn. Parallel dazu boten die Aktionswochen wertvolle Gelegenheiten für Begegnung und Vernetzung. Ehemalige Teilnehmende der Bildungsfahrten, Vertreterinnen und Vertreter von Schulpartnerschaften sowie Bildungsakteure aus dem Bereich Counseling kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Einer der emotionalen Höhepunkte dieser Wochen war dabei der länderübergreifende Schülerinnenwettbewerb zum Motto ,,Roots, Identity and Belonging“ der Aktionswochen, der bereits im Vorfeld stattgefunden hatte und dessen Ergebnisse in einer eigenen Ausstellung im MARKK präsentiert wurden. Schüler:innen aus Kamerun und Deutschland hatten sich mit den Fragen auseinandergesetzt und beeindruckende künstlerische Darstellungen gestaltet.
All diese Erfahrungen und Begegnungen, die die Aktionswochen geprägt haben, fanden ihren Höhepunkt in der Galaveranstaltung am 10. April. Sie war weit mehr als eine feierliche Abschlussveranstaltung: Sie bot die Gelegenheit, die zahlreichen Erfahrungen, Begegnungen und gemeinsamen Erfolge der vergangenen Tage zu würdigen und zugleich die Stärke der gemeinsamen Partnerschaft sichtbar zu machen, die seit mehr als zehn Jahren besteht. An diesem Abend wurde einmal mehr deutlich, was die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kamerun, zwischen EduNeC und NetzWIRkung e.V. auszeichnet: das gemeinsame Engagement von Menschen, die sich bewusst dafür entschieden haben, voneinander zu lernen, Brücken zu bauen und gemeinsam Zukunft zu gestalten. Eine besondere Bereicherung erfuhr der Abend durch die Anwesenheit von Ehrengästen. Die renommierte Autorin und Expertin Dr. Emilia Roig hielt einen Vortrag zum intersektionalen Ansatz und zu zukunftsweisenden Perspektiven und setzte damit einen inspirierenden Akzent im Rahmen der Veranstaltung. Zudem durften wir Dr. Jochen Schnack, Referent für Europa-Internationales der Hamburger Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, sowie zahlreiche Hamburger Schulleitungen und Akteure aus dem Hamburger Bildungsbereich begrüßen. Ihre Teilnahme unterstrich die Bedeutung des Austauschs und der gewachsenen Partnerschaften und bot wertvolle Gelegenheiten für persönliche Begegnungen und Gespräche.
Das Projekt „Aktionswochen – Roots, Identity & Belonging“ hat noch einmal mehr bewiesen, dass interkulturelle Zusammenarbeit möglich ist. Sie ist anspruchsvoll, manchmal unbequem, aber zutiefst transformativ. Jeder Austausch, jede Zoom-Sitzung hat dazu beigetragen, etwas entstehen zu lassen, das kein Lehrplan allein vermitteln kann: die Fähigkeit, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen. Mit dem Abschluss dieses Kapitels haben EduNeC und NetzWIRkung e.V.  gezeigt, dass zwei Teams, zwei Kontinente sich nicht nur verstehen, sondern sich auch gegenseitig bereichern können. Und das ist vielleicht die wertvollste Erkenntnis dieser ganzen Reise.

On est ensemble!

Maureen Manuella Mbouwe Mbouende