Lieber Yvan, schön, dass du uns von deiner Ankunft in Deutschland berichten möchtest. Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich heiße Yvan und komme aus Kamerun, aus der Großstadt Jaunde. Ich lebe seit einiger Zeit in Hannover, in Norddeutschland. Hier mache ich eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Ich bin hierher allein gezogen. Meine Familie lebt noch in Kamerun, aber ich habe hier neue Kontakte und Freundschaften gefunden.
Wie lange bist du denn schon hier in Deutschland und wie gefällt es dir?
Ich bin seit ungefähr anderthalb Jahren hier. Am Anfang war alles neu und ungewohnt, ich kann aber sagen, dass ich mich mit der Zeit richtig gut eingelebt habe.
Aus welchem Grund hast du beschlossen, ins Ausland zu ziehen?
Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und gleichzeitig eine Ausbildung machen, die mir langfristig berufliche Sicherheit bietet. Außerdem hat mich die Idee gereizt, in einem anderen Land zu leben und eine neue Kultur kennenzulernen.
Wie kommt es, dass du Deutschland ausgewählt hast?
In der Schule und durch Bekannte, die hierhergekommen sind, habe ich das erste Mal von Deutschland gehört. Deutschland wurde oft als Land mit guten Bildungschancen und stabilen Lebensbedingungen beschrieben. Hinzu kommt, dass ich die Möglichkeit in der Schule hatte, Deutsch als Fremdsprache auszuwählen.
Wie war dein erster Eindruck als du angekommen bist?
Mein erster Eindruck war, dass die Landschaft faszinierend ist. Die Busse fahren manchmal pünktlich und manchmal mit Verzögerung, die Straßen sind sauber, und die Menschen wirken beschäftigt. Am Anfang war es etwas kühl, aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass die Menschen hier herzlich sind, wenn man sie besser kennt.
Was waren Hürden für dich beim Ankommen?
Die Orientierung war am Anfang ein großes Problem. Besonders beim Verständnis der Bürokratie, sprich Formulare und Regeln. Manchmal hat mir einfach jemand gefehlt, der mir erklärt, wie Dinge funktionieren. Schwierig war auch die Einsamkeit zu überwinden.
Was oder wer haben dir beim Ankommen geholfen?
Menschen, die Geduld hatten: Kolleg*innen, Lehrer*innen, Freund*innen. Und der Gedanke, dass jeder Anfang schwer ist. Egal, wo man hingeht. Das hat mir Mut gemacht. Durch Fragen konnte ich auch viele Aufklärung bekommen. In Deutschland sagt öfter: „Es gibt keine dumme Frage, sondern nur eine dumme Antwort“.
Was war die größte Veränderung im Vergleich zu deinem Leben in Kamerun?
Das Klima!!! nicht nur das Wetter, sondern auch der Alltag. In Kamerun ist vieles spontaner, hier ist vieles geplant und strukturiert. Es war eine Umstellung, aber auch eine Chance zu lernen, wie unterschiedlich Menschen leben können. Durch diese Struktur kann man im Alltag viel erledigen und die Zeit geht nicht verloren.
Gibt es sonst noch etwas, das du gern sagen würdest?
Ankommen ist ein Prozess, kein Moment. Es braucht Zeit, Geduld und Offenheit. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen verstehen, wie viel Mut es kostet, neu anzufangen, und dass sie anderen diese Zeit geben.