Mirriane Mahn: Issa. Rowohlt Verlag.
Issa ist schwanger. Geboren in Kamerun, aber aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück (als einzige Schwarze unter 1000 Kindern) fordert ihre Mutter jetzt von ihr, dass sie unbedingt nach Kamerun reist, um mit den dazugehörenden Ritualen ihr Kind und sich vor allem Unbill zu schützen. Erst im Widerstand willigt Issa schließlich ein. Die Reise wird nicht nur eine Auseinandersetzung mit den kulturellen Diskrepanzen zwischen beiden Welten und mit den eigenen Werten der Erzählerin Issa, sondern auch eine Gelegenheit für die Autorin Mirrianne Mahn, das Leben von Frauen aus fünf Generationen von Issas Familie zu erzählen, die alle durch die koloniale Vergangenheit mit dem Deutschen Reich geprägt wurden.
Ich habe Mirrianne Mahn auf einer Lesung im Hamburger Michel erlebt und war sowohl gebannt von der Erzählweise in ihrem Romandebut als auch beeindruckt von der Autorin, die ebenfalls Aktivistin und Politikerin als Frankfurter Stadtverordnete ist. In der Gesprächsrunde nach der Lesung hat Mirrianne Mahn auch auf einfache und scheinbar belanglose Fragen mit gründlich durchdachten Antworten und sehr klaren kämpferischen Positionen reagiert, die umfangreiche und reflektierte Erfahrungen der Autorin widerspiegelten.
Ich freue mich schon riesig darauf, dass wir Mirrianne Mahn am 1. April 2026 im Rahmen unserer zwei kamerunisch-deutschen Bildungs-Aktionswochen unter dem Motto „Roots, identity & belonging“ zu einer weiteren Lesung begrüßen zu dürfen. Mein Tipp: Es lohnt sich, sich diesen Termin vorzumerken!