Editorial

Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,

Was haben Erdnüsse, Hamburger Hitze und Gedichte gemeinsam? Genau das erfahren Sie, wenn Sie die aktuelle Auflage des von edunec und Netzwirkung veröffentlichten Newsletters lesen. Wie Bonbons aus einer Tüte erleben Sie verschiedene Bereiche des Lebens von diesen zwei Verbänden, die auf ihre Weise interessante Aspekte von Kamerun und Deutschland schildern.

Von den Inhalten der verschiedenen Jahrestagungen der zwei Verbände über die Erfahrungen aus der endlich stattgefundenen Bildungsfahrt bis hin zu den Eindrücken nach einem WOCA-Treffen sehen Sie, wie unterschiedlich sich das Engagement der Mitglieder zeigt.
Das Gedicht „Illusion“, poetisch aber offen, zeigt auf berührende Weise, wie sich Freude und Trauer begegnen. Lesen Sie auch von neuen Wegen: Ein Kameruner berichtet von seiner Ausbildung als Pflegefachkraft in Deutschland.

Entdecken Sie ebenfalls, wie Hamburger Hitze künstlerisch zum Leben erwacht. Und ja, selbst Erdnüsse und vieles anderes bekommen ihre Bühne als Symbol für die kleinen Dinge, die zählen. In Zeiten politischer Unruhe in Kamerun wünschen wir allen Frieden und Sicherheit. Blättert, stöbert, entdeckt!

Wir wünschen Euch wie immer eine angenehme und gewinnbringende Lektüre und freuen uns über ein Feedback.

Krankenpflege in Deutschland - Ankommen in Deutschland

Lieber Yvan, schön, dass du uns von deiner Ankunft in Deutschland berichten möchtest. Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich heiße Yvan und komme aus Kamerun, aus der Großstadt Jaunde. Ich lebe seit einiger Zeit in Hannover, in Norddeutschland. Hier mache ich eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Ich bin hierher allein gezogen. Meine Familie lebt noch in Kamerun, aber ich habe hier neue Kontakte und Freundschaften gefunden.

Illusions

In der Küche sitzen Leute, die essen und alles gierig verschlingen
Rund um dieselbe Küche ist eine kleine Menge
Leute in Jacken und Krawatten,
sammeln Stückchen auf dem Boden
und sind damit zufrieden.
In der Küche, Ruhe.

Die Stimmung in meinen Gastfamilien & Schulprojekte zum kolonialen Erbe
Meine beiden Gastfamilien waren fantastisch, bei ihnen habe ich Schutz, Geborgenheit und Fürsorge erfahren. Ich war tatsächlich zu Hause. Meine erste Gastmutter hat mich sehr mütterlich behandelt. Ich vermisse ihre Unterstützung bei der Unterrichtsvorbereitung sowie unsere Gespräche am Esstisch. Wir haben zusammen alkoholfreies Bier getrunken und haben uns viel aus unserem Leben erzählt.
Schulprojekte in Hamburg
Während meines Aufenthalts in Deutschland im Rahmen der Bildungsfahr hatte ich die Gelegenheit, Schulprojekte mit Lernenden in einigen Hamburger Schulen (in Bergstedt und Mümmelmannsberg) zu gestalten und zusammenzuarbeiten, deren Themenschwerpunkt das ,,Koloniale Erbe“ war. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit den historischen und gegenwärtigen Folgen des Kolonialismus sowie der Frage, wie dieses Thema in der schulischen Bildung aufgegriffen werden kann.
Mein Aufenthalt in Hamburg - über das Familienleben

Im Juli hatte ich die Gelegenheit, zwei Wochen in Hamburg bei einer deutschen Gastfamilie zu verbringen. Die Reise wurde von EDUNEC und NetzWIRkung e.V. veranstaltet und war Teil eines Austauschprogramms für Lehrkräfte aus verschiedenen Region Kameruns.
Meine Gastfamilie bestand aus den Eltern und zwei kleinen Kinder, sie wohnen in einem schönen Haus in einem ruhigen inklusiven Stadtteil von Hamburg.
Am ersten Morgen haben wir zusammen gefrühstückt. Es gab frische Brötchen, Käse, Honig, Marmelade, Fisch, Milch, Tee, Kaffee, Eier… Ich fand das deutsche Frühstück sehr lecker.

Marie Noele

Berlin entdecken

Die Stadt Berlin ist sehr beeindruckend. So viele Sehenswürdigkeiten, der Berliner Hauptbahnhof, der Bundestag, das Brandenburger Tor. Am meisten begeistert haben mich persönlich die vielen Touristen. In der Stadt herrschte eine nette Atmosphäre.

Makuete Silo Anne Flore

Vernetzung über Grenzen hinweg: Ein interkultureller Schulaustausch zwischen Hamburg (Deutschland) und Bafoussam (Kamerun)
Der interkulturelle Austausch ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die junge Menschen machen können. Er fördert das gegenseitige Verständnis, stärkt die Verbindungen zwischen verschiedenen Kulturen und öffnet Türen zu neuen Perspektiven. In dieser Hinsicht bildet die Partnerschaft zwischen der Winterhuder Reformschule Hamburg (Deutschland) und dem Lycée Bilingue de Bafoussam (Kamerun) ein herausragendes Beispiel.
Mirriane Mahn: Issa. Rowohlt Verlag.

Issa ist schwanger. Geboren in Kamerun, aber aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück (als einzige Schwarze unter 1000 Kindern) fordert ihre Mutter jetzt von ihr, dass sie unbedingt nach Kamerun reist, um mit den dazugehörenden Ritualen ihr Kind und sich vor allem Unbill zu schützen. Erst im Widerstand willigt Issa schließlich ein. Die Reise wird nicht nur eine Auseinandersetzung mit den kulturellen Diskrepanzen zwischen beiden Welten und mit den eigenen Werten der Erzählerin Issa, sondern auch eine Gelegenheit für die Autorin Mirrianne Mahn, das Leben von Frauen aus fünf Generationen von Issas Familie zu erzählen, die alle durch die koloniale Vergangenheit mit dem Deutschen Reich geprägt wurden.

Hitzewelle in Maroua
Kamerun ist ein zentralafrikanisches Land, das direkt am Äquator liegt. Es besteht aus zehn Regionen. Zu diesen letzteren gehört unter anderem die Fernnorden-Region oder auch Spitzennorden genannt. Diese Region hat als Hauptstadt „Maroua“. Der Fokus dieses Beitrags wird genau auf diese Region gerichtet. In dieser Region im Allgemeinen und dieser Stadt im Besonderen gibt es zu den zwei traditionellen Jahreszeiten, nämlich der Trocken- und der Regenzeit, eine letzte und meist unbekannte, die man auf die in dem nördlichen Teil meist verbreitete Sprache „Fulfuldé“ mit „dabboudé“ bezeichnet. Literarisch könnte man es mit „Kältezeit“ übersetzen. All diese Jahrzeiten haben aber einen Schnittpunkt, und zwar die Hitzewelle. Indessen beantworten wir im Rahmen des vorliegenden Artikels die folgenden Fragestellungen: Wo liegt genau Maroua? Wie hoch könnte die Temperatur in Maroua steigen? Und wie gehen die Einwohner*innen dieser Stadt mit dieser atemberaubenden Wärme um?
Hitze, Heimat, Hybris

Heute – am 2. Juli 2025 – sind es 36,2° Grad in Hamburg.
Ob das Komma hier nötig war, kann man ruhig in Frage stellen, schließlich kann die menschliche Haut Temperaturunterschiede erst ab etwa 0,5° wahrnehmen, also wäre es wohl fein gewesen, auf 36° abzurunden. Aber ich bin nun mal kein Wetterfrosch, insofern vertraue ich den Informationsquellen blind.

Sainas Sommerferien

Saina ist jetzt nur 9 Jahre alt, aber muss sehr früh, um 5 Uhr morgens aufstehen, beten und sich auf diesen anderen Arbeitstag vorbereiten. Sie ist Erdnussverkäuferin. Um halb sechs begibt sie sich auf den Markt. Natürlich begleitet sie ihre Mutter auf die drei Kilometer lange Strecke. Dort sucht die 26-jährige Mutter frische und reife Erdnüsse und verhandelt bis sie einen 20 Liter-Becher voller Erdnüsse zum günstigen Preis bekommen kann. Dann packt sie das ganze in einem Sack und hebt ihn auf den Kopf ihrer kleinen Tochter, die diese Laste alleine bis nach Hause trägt. Die Mutter; Marktfrau von Beruf, verbringt den ganzen Tag auf den Markt, wo sie Tomaten und Gemüse verkauft.

Aktionswochen „Roots, identity und belonging“ - vom 28.03. bis zum 12.04.2026
Die beiden Vereine Educational Network Cameroon (EduNeC) in Yaoundé und NetzWIRkung e.V. in Hamburg verbindet eine mehr als zehnjährige intensive Kooperation. Um diese erfolgreiche Zusammenarbeit zu würdigen und um zugleich neue Akzente für unsere zukünftige Kooperation zu setzen, planen wir zwei transkulturelle Aktionswochen, zu denen der EduNeC-Vorstand nach Hamburg reisen wird.
Neues aus dem Counselingprojekt
Das Counselingprojekt befindet sich mittlerweise im dritten Jahr, für den März 2026 ist die Zertifizierung der Kameruner Teilnehmer*innen als Counselor Professional geplant. Counseling ist die professionelle psychosoziale Beratung von Menschen, drückt sich aber auch in einer humanistischen Haltung der Counselor aus. Über einen zentralen Aspekt dieser Haltung schreibt Marie Solange Medjo, eine der Kameruner Counselor:
EduNeC-Jahrestreffen 2025: Ich war dabei!
Wie jedes Jahr und fast zum gleichen Zeitpunkt hat vom 7. bis zum 9. August 2025 zum achten Mal das Treffen der Mitglieder des Vereins EduNeC in Yaoundé stattgefunden. Dies war das allererste Mal, dass diese Sitzung im neuen Vereinssitz im Stadtviertel Nkozoa stattfand. Der Sitz wurde ein paar Monate zuvor gewechselt, weil der alte schon mit Unsicherheit verbunden war.

Bei frischem Kaffee und Brötchen begann am 28. September 2025 die diesjährige Jahrestagung des Vereins Netzwirkung e.V. in der Cafeteria der Stadtteilschule Winterhude. Schon das gemeinsame Frühstück sorgte für eine angenehme, offene Atmosphäre – ein gelungener Auftakt für einen Tag voller konstruktiver Gespräche und neuer Ideen.

Netzwerken mit Wirkung – Rückblick auf die Jahrestagung von Netzwirkung e.V.