Editorial
Was haben Erdnüsse, Hamburger Hitze und Gedichte gemeinsam? Genau das erfahrt ihr, wenn ihr die aktuelle Ausgabe des neuen Newsletters von EduNeC und NetzWIRkung lest. Wie Bonbons aus einer Tüte erlebt ihr verschiedene Bereiche aus dem Leben dieser zwei Vereine, die auf ihre Weise interessante Aspekte aus Kamerun und Deutschland schildern.
Von den Inhalten der verschiedenen Jahrestagungen über die Erfahrungen aus der lang ersehnten Bildungsfahrt im Juli 2025 bis hin zu den Eindrücken anlässlich eines Treffens mit den WoCA-Frauen seht ihr, wie unterschiedlich sich das Engagement der Mitglieder zeigt.
Das Gedicht „Illusion“, poetisch aber offen, zeigt auf berührende Weise, wie sich Freude und Trauer begegnen. Schließlich noch ein Lesetipp für die Gestaltung neuer Wege: Ein Kameruner berichtet von seiner Ausbildung als Pflegefachkraft in Deutschland.
Entdeckt ebenfalls, wie Hamburger Hitze künstlerisch zum Leben erwacht. Und ja, selbst Erdnüsse bekommen ihre Bühne als Symbol für die kleinen Dinge, die zählen. In Zeiten politischer Unruhe in Kamerun wünschen wir allen Frieden und Sicherheit. Blättert, stöbert, entdeckt!
Krankenpflege in Deutschland - Ankommen in Deutschland
Lieber Yvan, schön, dass du uns von deiner Ankunft in Deutschland berichten möchtest. Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich heiße Yvan und komme aus Kamerun, aus der Großstadt Jaunde. Ich lebe seit einiger Zeit in Hannover, in Norddeutschland. Hier mache ich eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Ich bin hierher allein gezogen. Meine Familie lebt noch in Kamerun, aber ich habe hier neue Kontakte und Freundschaften gefunden.
Illusions
In der Küche sitzen Leute, die essen und alles gierig verschlingen
Rund um dieselbe Küche ist eine kleine Menge
Leute in Jacken und Krawatten,
sammeln Stückchen auf dem Boden
und sind damit zufrieden.
In der Küche, Ruhe.
Die Stimmung in meinen Gastfamilien
Schulprojekte zum kolonialen Erbe
Es ging in den Projekten um eine Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Hamburg als Kolonialmetropole mit dem Ziel, einen Perspektivwechsel in Bezug auf koloniale Diskurse, Rassismus und Ausgrenzung zu vollziehen sowie die Biografien afrikanischer Akteure in Hamburg zu reflektieren.
Schulprojekte in Hamburg
Die Stadt Berlin ist sehr beeindruckend. So viele Sehenswürdigkeiten, der Berliner Hauptbahnhof, der Bundestag, das Brandenburger Tor. Am meisten begeistert haben mich persönlich die vielen Touristen. In der Stadt herrschte eine nette Atmosphäre.
Makuete Silo Anne Flore
Berlin entdecken
Mein Aufenthalt in Hamburg - über das Familienleben
Im Juli hatte ich die Gelegenheit, zwei Wochen in Hamburg bei einer deutschen Gastfamilie zu verbringen. Die Reise wurde von EDUNEC und NetzWIRkung e.V. veranstaltet und war Teil eines Austauschprogramms für Lehrkräfte aus verschiedenen Region Kameruns.
Meine Gastfamilie bestand aus den Eltern und zwei kleinen Kinder, sie wohnen in einem schönen Haus in einem ruhigen inklusiven Stadtteil von Hamburg.
Am ersten Morgen haben wir zusammen gefrühstückt. Es gab frische Brötchen, Käse, Honig, Marmelade, Fisch, Milch, Tee, Kaffee, Eier… Ich fand das deutsche Frühstück sehr lecker.
Marie Noele
Vernetzung über Grenzen hinweg: Ein interkultureller Schulaustausch zwischen Hamburg (Deutschland) und Bafoussam (Kamerun)
Mirriane Mahn: Issa. Rowohlt Verlag.
Issa ist schwanger. Geboren in Kamerun, aber aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück (als einzige Schwarze unter 1000 Kindern) fordert ihre Mutter jetzt von ihr, dass sie unbedingt nach Kamerun reist, um mit den dazugehörenden Ritualen ihr Kind und sich vor allem Unbill zu schützen. Erst im Widerstand willigt Issa schließlich ein. Die Reise wird nicht nur eine Auseinandersetzung mit den kulturellen Diskrepanzen zwischen beiden Welten und mit den eigenen Werten der Erzählerin Issa, sondern auch eine Gelegenheit für die Autorin Mirrianne Mahn, das Leben von Frauen aus fünf Generationen von Issas Familie zu erzählen, die alle durch die koloniale Vergangenheit mit dem Deutschen Reich geprägt wurden.
Hitzewelle in Maroua
Hitze, Heimat, Hybris
Heute – am 2. Juli 2025 – sind es 36,2° Grad in Hamburg.
Ob das Komma hier nötig war, kann man ruhig in Frage stellen, schließlich kann die menschliche Haut Temperaturunterschiede erst ab etwa 0,5° wahrnehmen, also wäre es wohl fein gewesen, auf 36° abzurunden. Aber ich bin nun mal kein Wetterfrosch, insofern vertraue ich den Informationsquellen blind.
Aktionswochen „Roots, identity und belonging“ - vom 28.03. bis zum 12.04.2026
Die beiden Vereine Educational Network Cameroon (EduNeC) in Yaoundé und NetzWIRkung e.V. in Hamburg verbindet eine mehr als zehnjährige intensive Kooperation. Um diese erfolgreiche Zusammenarbeit zu würdigen und um zugleich neue Akzente für unsere zukünftige Kooperation zu setzen, planen wir zwei transkulturelle Aktionswochen, zu denen der EduNeC-Vorstand nach Hamburg reisen wird.
Neues aus dem Counselingprojekt
Das Counselingprojekt befindet sich mittlerweise im dritten Jahr, für den März 2026 ist die Zertifizierung der Kameruner Teilnehmer*innen als Counselor Professional geplant. Counseling ist die professionelle psychosoziale Beratung von Menschen, drückt sich aber auch in einer humanistischen Haltung der Counselor aus. Über einen zentralen Aspekt dieser Haltung schreibt Marie Solange Medjo, eine der Kameruner Counselor:
EduNeC-Jahrestreffen 2025: Ich war dabei!
Bei frischem Kaffee und Brötchen begann am 28. September 2025 die diesjährige Jahrestagung des Vereins Netzwirkung e.V. in der Cafeteria der Stadtteilschule Winterhude. Schon das gemeinsame Frühstück sorgte für eine angenehme, offene Atmosphäre – ein gelungener Auftakt für einen Tag voller konstruktiver Gespräche und neuer Ideen.